Konzepte

Klimaneutrales Quartier in Borgsdorf ist das Ziel

 Wie können wir gemeinsam unser Quartier klimaneutral umgestalten, lautete die zentrale Frage beim 1. Bürger-Workshop zum Quartierskonzept Borgsdorf. Dazu hatten kürzlich die Stadt Hohen Neuendorf sowie die Planungspartner interessierte Bürgerinnen und Bürger in die neue Sporthalle der Grundschule Borgsdorf eingeladen. „Bitte beteiligen Sie sich und bringen Sie sich bei der Entwicklung des geplanten Quartierskonzepts mit ein“, hieß dabei das Gebot der Stunde.

 Im Zuge der Konzepterstellung sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, die u. a. folgende Fragestellungen berühren: Wie möchten wir gemeinsam das energieeffiziente Wohnquartier der Zukunft gestalten? Welche Veränderungen wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger im Quartier, um die Alltagswege zurückzulegen? Was würde der oder die Einzelne unternehmen, um auf dem eigenen Grundstück den Folgen des Klimawandels (Hitze, Starkregen) entgegenzuwirken?

Die Ergebnisse der Veranstaltung waren vielfältig. Bei Energieeffizienzmaßnahmen sei beispielsweise eine Verbesserung der Gebäudehülle entscheidend. Jedoch sollten sich solche Maßnahmen sowie Alternativen zur Erdgasheizung nach dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger wirtschaftlich darstellen und gefördert werden.

Ein Fokus lag auch auf der Stärkung der Sicherheit des Radverkehrs und der immer wiederkehrenden Frage, ob und ggf. wie der Bahnübergang am S-Bahnhof Borgsdorf gestaltet werden könne. Auch Angebote zur Erhaltung der Biodiversität und naturnaher Gärten wurden gewünscht. Für das Thema Pflanzenverwendung würden sich beispielsweise praxisnahe Workshops zur Wissensvermittlung anbieten.

Eine Blitzumfrage am Eingang der Halle ergab, dass die Teilnehmenden vorwiegend aus dem Quartier selbst sowie aus Borgsdorf kamen. Die Wärmeversorgung der Gebäude werde fast ausschließlich über eine Erdgastherme bereitgestellt. Bei ca. der Hälfte der Hausbesitzerinnen und -besitzer sind Sanierungsmaßnahmen geplant. Zudem seien in fast jedem Haushalt ein Fahrrad und ein Auto vorhanden.

An drei Thementischen konnten die Bürgerinnen und Bürger dann in einem Zeitrahmen von 20 Minuten zu den Bereichen Energieeffizienz & Erneuerbare Energien, Mobilität & Freiraumgestaltung sowie Biodiversität & Klimaanpassung ins Gespräch kommen. Zum leichteren Einstieg in die Thematik, konnte man sich an ausgelegten Leitfragen orientieren. Wünsche und Hinweise zum Quartierskonzept wurden direkt auf den Tischen festgehalten. Begleitet wurde die Diskussion an den Tischen jeweils durch zwei der beteiligten Planungspartner sowie einen Vertreter der Stadt Hohen Neuendorf. Im Plenum wurden abschließend die zentralen Themen von den Planern benannt. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden auf der Klimaschutz-Internetseite eingestellt.

Im Verlauf der Konzepterstellung wird es weitere Informations- und Beteiligungsveranstaltungen geben, über die im Vorfeld informiert wird.

 

Quartierskonzept Borgsdorf

Unter dem Titel „Wege zur Klimaneutralität“ untersuchen mehrere Projektpartner aktuell, durch welche Maßnahmen ein eingegrenztes Quartier im Stadtteil Borgsdorf eine positive Energiebilanz bekommen kann. Beim Stadtgespräch am 25. April in der Sporthalle der Grundschule Borgsdorf wurde dieses Vorhaben den Borgsdorferinnen und Borgsdorfern präsentiert. Auf dem Podium saßen neben Bürgermeister Steffen Apelt auch Hohen Neuendorfs Klimaschutzmanagerin Heiderose Ernst sowie Sophia Mielke und Winfried Müller-Brandes von der stadtraum GmbH aus Berlin. „Mit diversen Photovoltaik-Anlagen und einer Elektro-Fahrzeugflotte hat die Stadt zwar einen  guten Anfang bei den Energieeinsparungen gemacht“, leitete Steffen Apelt in das Thema ein. „Der größte Anteil des Energieverbrauchs in Hohen Neuendorf liegt jedoch bei den Haushalten und im Bereich der Mobilität. Hier gibt es enorme Einsparpotenziale, die wir gemeinsam realisieren wollen und können. Ich bin überzeugt, das wird sich langfristig lohnen.“

Fünf Themengebiete und 55 Hektar Untersuchungsfläche

„Bei einem Quartierskonzept handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundes zur nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung, in das unbedingt die lokale Bevölkerung einbezogen werden soll“, verdeutlichte Sophia Mielke den Wunsch, dass die Bürgerinnen und Bürger aktiv Ideen und Kritik während der Erstellungsphase einbringen, die im Februar 2023 abgeschlossen sein wird. 

Das Konzept bezieht sich nicht auf den ganzen Stadtteil Borgsdorf, sondern auf eine abgegrenzte Fläche von etwa 55 Hektar, die vom Fasanenweg im Norden bis zur Sperberstraße im Süden sowie von der Chausseestraße im Westen bis zum Hubertussee im Osten reicht. Heiderose Ernst erläuterte, dass die Begrenzung notwendig war, um möglichst konkret und handlungsorientiert bei der Konzepterstellung zu bleiben. Viele Erkenntnisse des Quartierskonzepts sollen später jedoch auf ganz Borgsdorf und sogar auf die gesamte Stadt übertragbar sein.

Doch mit welchen Bereichen wird sich das Quartierskonzept im Einzelnen beschäftigen? „Im Fokus unserer Analyse stehen die Themen Energie, Mobilität, Bauliche Gestaltung, Klimaanpassung und Biodiversität“, zählt Winfried Müller-Brandes auf und Sophia Mielke konkretisiert: „Im Bereich der Gebäude schauen wir beispielsweise, wo durch Solarthermie, Wärmepumpen, Photovoltaik und weitere Techniken eine bessere Energieeffizienz erzielt und die Wärmeversorgung optimiert werden kann. Bei der Klimaanpassung fragen wir unter anderem, wie ein besseres Regenwassermanagement im Quartier funktionieren kann, etwa durch Dachbegrünungen oder ein Mulden-Rigolensystem. Beim Thema Mobilität denken wir natürlich an bereits bekannte und bewährte Systeme wie Sharing-Angebote oder ein Fahrradparkhaus.“

Weitere Beteiligungsformate geplant

Die Gelegenheit für Fragen und Anregungen im Anschluss an den einführenden Vortrag nutzten zahlreiche interessierte Borgsdorferinnen und Borgsdorfer. Bereits am 18. Mai soll es im Rahmen eines gemeinsamen Workshops die nächste Gelegenheit geben, aktiv am Quartierskonzept mitzuwirken. Der 1. Bürger-Workshop findet wieder in der neuen Turnhalle um 18.30 Uhr statt.